#WritingFriday Schreiben

[#WritingFriday] Der letzte Coup

Hallo ihr Lieben!
Es ist wieder Freitag und das heißt #WritingFriday! Hier sind die Themen für den Mai in der Übersicht. Bereits verfasste Beiträge dazu sind verlinkt:

  • Fasse drei berühmte Bücher in je einem Satz zusammen.
  • Schreibe einen Aufsatz über die Erfindung des Telefons, lüg dabei und lass deine Fantasie spielen!
  • Schreibe das Ende einer Geschichte, ohne zu erzählen wie das ganze begonnen hat.
  • Dein Kühlschrank wird über dein Essverhalten interviewt. Schreibe das Interview auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Es begann damit, dass wir alles vertuschen mussten, denn niemand darf erfahren, dass…“ beginnt

Und nun zum heutigen Beitrag:


„Es begann damit, dass wir alles vertuschen mussten, denn niemand darf erfahren, dass alles nur ein großer Bluff war.“ Albert war ziemlich nervös, diesem berüchtigten, und doch fremden Mittsechziger seine Geschichte offenzulegen. Aber er hatte großes Vertrauen in seinen Kollegen, der ihm die Empfehlung gab, mit Georg zu sprechen.

So fuhr er fort: „All die Plakate, die Anzeige in der Zeitung und die Flyer, die die Kinder in der Stadt verteilten. Die gesamten Werbeausgaben waren die Investition für unseren nächsten großen Coup. Als die zahlenden Interessenten das Scheinzelt betraten, waren wir längst über alle Berge. Ich stellte mir strahlende Kinderaugen vor, die Eltern an der Seite ihrer Kinder. Als sie durch die Öffnung des einfachen Stofffetzens traten, der nicht einmal annähernde Ähnlichkeit mit einem Zirkuszelt hatte, mussten Ihnen die Gesichtszüge entglitten sein. Das große Nichts hinter dem Eingang muss ein einziger Schock und die pure Enttäuschung gewesen sein. Zu gerne hätte ich es gesehen. Aber stattdessen höre ich unsere Familienkasse klingeln und das ist ein noch viel schöneres Gefühl.“

„Das kenne ich nur zu gut“, sagte Georg, „Abends lehne ich mich in meinen Sessel zurück und freue mich über all die Steuern, die ich nicht gezahlt habe!“ Nach Jahrzenten der vergeblichen Suche nach Georg verlor die Polizei die Hoffnung, ihn jemals zu finden und ihm etwas nachweisen zu können.

„Ha, genauso geht es mir, mein Freund!“

„Aber erzähl‘, was ist letztendlich schiefgelaufen?“

„Also, als ich mich als Oberhaupt der Familie für eine kriminelle Laufbahn entschied, wusste ich noch nicht, dass die Vertuschung der hartnäckigste Teil der Arbeit sein würde. So mussten wir auch nach diesem großen Zirkusbluff so schnell wie möglich das Weite suchen. Das Handy, mit dem ich bei der Zeitung angerufen habe, um die Anzeige zu schalten – ein Einweghandy.“

„Klar.“

„Die Akrobatenkostüme der Kinder, mit denen sie in der Stadt unterwegs waren, um Interessenten für unsere „hochkarätige Zirkusshow mit Clowns und wilden Tieren“ anzulocken, – verbrannt. Meine Frau hatte den Auftrag, die Asche auf einem öffentlichen Parkplatz zu entsorgen.“

„Genial.“

„Und selbst der riskanteste Teil des Plans ging auf. Mein ältester Sohn, gerade 18 geworden, war bei der „Vorstellung“ vor Ort, um das Geld zu kassieren und hat es geschafft, rechtzeitig mitsamt den Tageseinnahmen zu entkommen. Er ist unser schnellster Läufer.“

„Alle Achtung.“

„Tja, nur mit einer Variabel hatten wir nicht gerechnet.“

„Da bin ich jetzt gespannt.“

„Die Überwachungskameras der Innenstadt haben unsere kleine Werbemaßnahme aufgezeichnet.“

„Ach, Mist! Heutzutage kann man auch kein einziges Ding mehr unbeobachtet drehen!“

„Genau! Kurz nachdem alles aufgeflogen war, wurden Fotos von meinen beiden jüngsten veröffentlicht, als einzigen Hinweis auf uns. Ich dachte, wie sollte ich sie nun jemals wieder in eine Schule schicken können? Sie werden für den Rest ihres Lebens untergetaucht leben müssen, fürchtete ich. Oder zumindest solange, bis sie erwachsen genug sind, um durch die Kinderfotos nicht mehr erkannt zu werden.“

„Und deshalb bist du nun bei mir.“

„So ist es. Ein Kollege hat mir deine Dienste empfohlen. Hast du noch einen Platz in deinem Verbrecherschutzprogramm frei?“

Georg hielt einige bedeutungsschwangere Sekunden inne und reichte Albert schließlich die Hand.

„Kollege, willkommen zu Hause.“


Das war’s auch schon! Der Beitrag entstand, wie man wohl gemerkt hat, zum Thema „Es begann damit, dass wir alles vertuschen mussten, denn niemand darf erfahren, dass…“. Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß dabei. 🙂

Der #WritingFriday ist eine Aktion von der lieben Elizzy, bei dem es jeden Monat neue Schreibthemen gibt, zu denen man freitags veröffentlichen kann. Dabei spielen weder die Länge noch die Art des Textes eine Rolle. Man kann sich frei entfalten. Schaut unbedingt bei ihr vorbei und macht doch gerne mit! Ihren aktuellsten Beitrag mit den Regeln, den Teilnehmenden und den Schreibthemen findet ihr hier.

Bis dann,

Denise

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Comment

  1. Liebe Denise,

    eine witzige Geschichte. Die Dialoge sind gut geschrieben durch die zuhörenden Vokabeln wie „Alle Achtung“.
    Ich hätte für dich auch noch eine Freikarte 😉 , wenn du mal in mein Geschichten-Zirkus möchtest.
    http://nachdenker.info/tag/writingfriday/

    Viele Grüße
    Sebastian


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