#SonntagsSenf Schreiben

[#SonntagsSenf] Zu alt zum Lesen?

Hallo ihr Lieben!

Heute ist Sonntag und ich habe total Lust ein neues Format auf meinem Blog zu starten, nämlich den Sontagssenf! Das bedeutet, immer wenn mir danach ist, gebe ich an Sonntagen meinen Senf zu buchigen Themen, die mich bewegen, aufregen, inspirieren oder sonst in irgendeiner Form beschäftigen.

Das Thema heute: Altersempfehlungen von Verlagen.

Vor kurzem hat die liebe @claras_buchliebe per Instastory gefragt, ob sie ein Buch lesen sollte, auf dem das Alter 14-17 angegeben ist, obwohl sie bereits ein paar Jahre über der empfohlenen Altersgruppe liegt. Ich habe sie sofort per Schnellantwort darüber zugespammt, wie ich das sehe! Das kurze, nette Gespräch, was daraus entstanden ist, hat mich dazu inspiriert, hier einmal meine Sicht der Dinge ausführlicher darzulegen.

Zuerst möchte ich euch einmal die Kurzversion meiner Meinung geben: Jede_r sollte einfach das lesen, was er oder sie lesen möchte! Dennoch finde ich es sinnvoll, sich mit der Zielgruppe eines Buches vor dem Lesen auseinanderzusetzen. Warum erfahrt ihr nun.

Altersempfehlungen – wozu?

Besonders im Bereich der Kinderbücher halte ich Altersempfehlungen für sehr sinnvoll. Hierbei ist es wichtig zu beachten, wie fortgeschritten ein Kind im Leselernprozess bereits ist und welche Themen ein Kind eventuell über- oder unterfordern könnten. Gerade in jungen Jahren können 1-2 Jahre bereits einen riesigen Unterschied in der persönlichen Entwicklung ausmachen. Dennoch kann sich Reife und Lesetüchtigkeit individuell – und nicht nur dem Alter nach – stark unterscheiden. Hier sind besonders die Eltern gefragt, die richtige Entscheidung zu treffen – oder eben andere Personen, die einem Kind ein Buch schenken/vorlesen etc. wollen. Die Empfehlungen, wenn vorhanden, können hier eine gute Hilfestellung bieten.

Aber auch im Bereich der Jugendbücher sind Empfehlungen weitaus nicht einfach aus der Luft gegriffen oder rein vom Alter der Protagonisten abhängig. Besonders die Thematik spielt hier meiner Meinung nach eine große Rolle in der Entscheidung, ob man sich für ein Buch zu jung oder zu alt fühlt. Dabei möchte ich das Wort „fühlen“ betonen, da eine Altersangabe wie 14-17 nun einmal keinen 13-jährigen Teenagern das Lesen dieses Buches verbietet. Wenn er oder sie sich dafür bereit fühlt und/oder die Eltern es für angemessen halten, wieso nicht? Ich persönlich finde es bloß bei Themen wie z.B. Erotik oder Gewalt wichtig, sich vor dem Lesen im Klaren zu sein, ob man selbst (oder eben sein Kind) dafür bereit ist.

Zu alt zum Lesen?

Und was ist nun, wenn ich bereits über dem empfohlenen Alter liege, mich der Klappentext eines Jugendbuches aber trotzdem anspricht? Meine Meinung: trotzdem lesen! Nach meiner Ansicht gibt es nur eine Sache, die man dabei unbedingt beachten sollte: eine faire Bewertung. Vor allem, wenn Leser_innen ihre Meinung oder ihre Sternebewertung öffentlich kundtun, sollte eine faire Beurteilung des Buches gegeben werden. Ein Beispiel: Lese ich ein Buch mit einer 12-jährigen Protagonistin, die sich verliebt, so sind die Gefühle, die sie für die andere Person hegt, sicherlich anders zum Ausdruck gebracht, als ich es mit meinen 27 Jahren tun würde und das ist auch völlig in Ordnung so. Nur sollte ich mich dann nicht darüber beschweren, dass die Protagonistin „unreif“ ist oder ihre Handlung oder ihre Ängste und Probleme „nicht nachvollziehbar“ wären oder gar enttäuscht sein, wenn es in dem Buch keine erotischen Szenen gibt. Kurz gesagt: Ich finde, man sollte ein Buch immer danach bewerten, was es ist, und es bei der Bewertung nicht mit anderen Genres in einen Topf werfen.

Aber auch wenn ihr hierbei nicht meiner Meinung seid, solltet ihr einfach weiter lesen worauf ihr Lust habt und euch nicht von Empfehlungen abschrecken lassen! Wichtig ist euer persönliches Interesse, völlig unabhängig von der Zielgruppe eines Werkes. So hat jede_r am Ende, denke ich, den meisten Spaß, und das ist doch die Hauptsache, oder? 🙂

Bis zum nächsten Mal!

Denise

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Comment

  1. Liebe Denise,
    dem kann ich nur zustimmen. Ich habe vor kurzem mitbekommen, wie ein Buch eine schlechte Bewertung bekommen hat, da es für eine jüngere Altergruppe bestimmt war. In der Rezension stand, dass das Buch toll geschrieben ist, sympathische Figuren hat und auch die Handlung überzeugen kann. Dennoch kriegt das Buch nur 3 von 5 Sternchen, weil es halt ein Kinderbuch ist. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
    Man weiß doch worauf man sich beim Lesen einlässt? 😀
    Liebe Grüße
    Janika

    • Hallo Janika!
      Vor allem: Sind Kinderbücher denn „schlechter“ als Jugend- oder Erwachsenenliteratur und haben deshalb keine gute Bewertung verdient? Finde ich sehr schade, dass manche dann nicht aus der eigenen Perspektive herausfahren können und ein Buch allgemeiner bewerten können. Wie du schon sagst, man weiß normalerweise eigentlich, worauf man sich einlässt.
      Liebe Grüße,
      Denise

      • Eben. Ich finde, da kann man bei der Bewertung ruhig berücksichtigen, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Wenn man nichts daran auszusetzen hat und trotzdem „schlecht“ bewertet, finde ich das einfach nur doof.


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